#faktenmontag zum 8. Mai 2017 – 8. Mai 1945 – Kapitulation der Wehrmacht – vom heißen in den kalten Krieg

Mit Inkrafttreten der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 endete die größte Massenschlächterei der Menschheit. Insgesamt fanden mehr als 65 Millionen den Tod. Doch war dieses Ende des heißen Kriegs in Europa bereits getrübt vom bereits tobenden kalten Krieg. Die Siegermächte waren sich längst nicht einig und so versuchten sich die westlichen Mächte und die UdSSR mit diplomatischen Kniffen auszutricksen. Das war bereits in den letzten beiden Kriegsjahren zu spüren.

 

Vor der Kapitulation

Schon 1943 zeigte sich, dass die Einheit der Allierten  auf das gemeinsame Kriegsziel  Niederlage der Achsenmächte beschränkt war. Die Konferenz von Casablanca war eine rein anglo-amerikanische Konferenz, die vor allem den „Unconditional Surrender“, also die bedingungslose Kapitulation der Achsenmächte festlegte.

Die Konferenz von Teheran war bereits überschattet von Streitigkeiten über die Nachkriegsordnung in Europa, Konflikten über die Interessensphären nach dem Krieg, die Behandlung der Kriegsverbrecher – die Vorschläge reichten hier vor standrechtlichem Erschießen bis zu einem ordentlichen Prozess, Behandlung der deutschen Bevölkerung, … So lehnte Stalin Wahlen im Baltikum ab, während Briten und Amerikaner auf der Unabhängigkeit Finnlands bestanden. Vieles blieb offen, wenngleich sich Churchill und Stalin in Bezug auf die polnische Ostgrenze in einem Streichholzspiel die Entschädigung Polens durch deutsche Gebiete einigten.

Auch nach der Konferenz von Jalta blieb vieles offen. Die Interessensphären wurden zwar bestätigt, doch aufgrund geschaffener Fakten war es den Westalliierten kaum möglich politische Maßnahmen zu ergreifen, um die Einhaltung der Forderungen auch durchzusetzen. Rumänien, Bulgarien, große Teile Ungarns und Jugoslawiens waren bereits von der roten Armee besetzt. Man einigte sich lediglich auf den Kriegseintritt der Sowjets gegen Japan 2-3 Monate nach der deutschen Kapitulation und klärte die letzten strittigen Punkte bei der Gründung der Vereinten Nationen (UN).

 

Die Kapitulation

Die eigentliche Kapitulation der deutschen Wehrmacht wurde am 7. Mai 1945 im alliierten Hauptquartier in Reims unterzeichnet. Sie sollte um 23:01 Uhr MEZ in Kraft treten. Auf Ersuchen der Sowjets wurde eine Nachrichtensperre bis zum nächsten Tag verhängt.

Das sollte dazu dienen, die Unterzeichnung einer zweiten Kapitulation im Hauptquartier von Marschall Schukow in Karlshorst bei Berlin als den eigentlichen Akt der bedingunglosen Kapitulation Nazideutschlands darzustellen. Nur dem Korrespondenten der Associated Press, Edward Kennedy, ist es zu verdanken, dass die Welt schon vorher vom Waffenstillstand erfuhr.

Es gab keinerlei Grund, die Bekanntgabe der Kapitulation hinauszuzögern. Vor allem Stalins Absicht, den Sieg über Nazideutschland propagantistisch als hauptsächliches Verdienst der Sowjetunion darzustellen, war der Hauptgrund.

 

 

Quellen:

Raymond Cartier, Der Zweite Weltkrieg 1939 – 1945, 7. Auflage 1985, ISBN 3-492-02284-7

Joe J. Heydecker & Johannes Leeb, Der Nürnberger Prozeß, 2. Auflage 1998, ISBN 3-462-02466-3

Winston S. Churchill, Der Zweite Weltkrieg, 1. Auflage 2003, ISBN 3-596-16113-4

Basil Henry Liddell Hart, Geschichte des Zweiten Weltkriegs, Band 1 und Band 2, 1. Auflage 1990, ISBN 3-404-01350-6

Edward Kennedy, https://www.welt.de/kultur/history/article106261859/Der-Reporter-der-zu-frueh-das-Kriegsende-verkuendete.html

Konferenz von Casablanca, https://de.wikipedia.org/wiki/Casablanca-Konferenz

Konferenz von Teheran, https://de.wikipedia.org/wiki/Teheran-Konferenz

Konferenz von Jalta, https://de.wikipedia.org/wiki/Konferenz_von_Jalta

Konferenz von Potsdam, https://de.wikipedia.org/wiki/Potsdamer_Konferenz

 

 

 

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